Veranstaltungsort: Mendelssohn-Haus Leipzig, Goldschmidtstraße 12, 04103 Leipzig
Konzept/ Ansprechpartner: Rainer Falk (Theodor-Fontane-Archiv, Potsdam) rainer.falk@uni-potsdam.de, 0331 / 2013979 Anke Pätsch (Stiftung Kleist-Museum, Frankfurt) paetsch@kleist-museum.de, 0335 / 3872210 Dr. Magdalena Schulz-Ohm (Ernst Barlach Stiftung, Güstrow) schulz-ohm@barlach-stiftung.de, 03843 / 8440012
Planung: Friederike Böcher (Heinrich-Schütz-Haus, Bad Köstritz), Rainer Falk (Theodor-Fontane-Archiv, Potsdam), Dr. Sylke Kaufmann (Lessing-Museum Kamenz), Anke Pätsch (Stiftung Kleist-Museum, Frankfurt), Dr. Kathrin Schade (Winckelmann-Museum, Stendal), Patrick Schmeing (Mendelssohn-Haus, Leipzig), Dr. Magdalena Schulz-Ohm (Ernst Barlach Stiftung, Güstrow), Cornelia Thierbach (Mendelssohn-Haus, Leipzig)
„In der Informationsüberflutung, der die Menschen seit einer Generation ausgesetzt sind, rücken die historischen Persönlichkeiten oft an den Rand der Erinnerung.“ So formulierte es „Deutschlands bekanntester Bibliothekar“ Paul Raabe in seiner Bestandsaufnahme der national bedeutsamen Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern. Auf Geheiß des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) publizierte Paul Raabe 2001 die Ergebnisse seiner Bemühungen im Blaubuch, in dem auch die wichtigsten, von ihm sogenannten „Personenmuseen“ erfasst wurden. Raabe betonte den „unverwechselbaren Charakter“ dieser „Gedächtnisorte“: Jeder einzelne sei „für den Besucher ein eigenes Erlebnis“. Das 25-jährige Jubiläum des Blaubuchs nehmen die seither als „Kulturelle Gedächtnisorte“ (KGO) zusammengeschlossenen 22 Einrichtungen zum Anlass, um die Entwicklung ihres spezifischen Museumstyps zu erkunden. Dabei wollen die KGO nach der zukünftigen Orientierung der Personalmuseen fragen – in einer Zeit, in der die Informationsüberflutung und die damit einhergehende Kurzlebigkeit von Erinnerungen Dimensionen erreicht haben, die 2001 noch unvorstellbar schienen. Unter dem Titel Quo vadis, Personalmuseum? sollen diese Themen im Rahmen einer zweitägigen Fachtagung im Mendelssohn-Haus Leipzig mit Referentinnen und Referenten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen kritisch erörtert werden. Angesichts der Tatsache, dass das letzte Standardwerk, Franz Rudolf Zankls Das Personalmuseum 1975 erschienen ist, verdient der Museumstypus, zu dem nicht nur die Häuser der KGO gehören, neue wissenschaftliche Blickwinkel und Impulse aus der Museumspraxis. Eröffnet wird die Tagung mit einer Sektion, die die Ursprünge und Wandlungen derjenigen Museen untersucht, die mit so unterschiedlichen Namen wie Personal- oder Personenmuseen, Künstlerhäuser oder Gedenkstätten bezeichnet werden. Ihrer eigenen Geschichte als KGO wollen die Veranstaltenden in Form eines Podiumsgesprächs zum Abschluss der Sektion nachgehen. Der Abendvortrag von Angela Steidele soll die Diskrepanz zwischen der momentan herrschenden Begeisterung für literarisch oder filmisch inszenierte Biografien und dem sukzessiv schwindenden Interesse an Personalmuseen aufzeigen. Der Vortrag richtet sich explizit an eine breite Öffentlichkeit. Der zweite Tagungstag widmet sich der gegenwärtigen Neuausrichtung vieler Personal museen. Zunächst wird am Beispiel dreier Einrichtungen der aktuelle Entwicklungstrend vom Personalmuseum zur Erlebniswelt diskutiert, der auf das bereits von Raabe herausgestellte Besuchserlebnis fokussiert. Im Anschluss geben sechs Kurzpräsentationen Beispiele von Bad and Best Practice und somit vielfältige Anregungen für ein erfolgreiches Erinnern an historische Persönlichkeiten und die zukunftsfähige Ausrichtung der Personalmuseen. Für diese Sektion werden vor allem Referentinnen und Referenten aus anderen Personalmuseumsnetzwerken – wie z. B. der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten, der Arbeitsgemeinschaft Bildhauermuseen oder der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen in Deutschland – eingeladen. Angestrebt wird ein bundesweiter Austausch und fachlicher Dialog deutscher Personalmuseen. Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei.
Workshop „Gedächtnispolitik. Feministische Perspektiven auf kulturelle Gedächtnisorte“
22. und 23. September 2024
Organisiert vom Theodor-Fontane-Archiv der Universität Potsdam im Auftrag der Arbeitstagung Kultureller Gedächtnisorte (KGO).
Mit freundlicher Erlaubnis der Vortragenden und aufgrund der großzügigen Förderung durch die BKM können nun Mitschnitte sämtlicher Vorträge, die auf dem Workshop gehalten wurden, päsentiert werden:
Unter dem Titel »Original und Kopie. Probleme und Potentiale der Reproduzierbarkeit für die Kulturgutvermittlung« fanden sich am 8. und 9. November 2021 zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kulturellen Gedächtnisorte (KGO) sowie der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) in Potsdam zusammen, um in einem gemeinsamen Workshop über die Probleme und Potentiale nachzudenken, die sich aus dem Einsatz analoger und digitaler Kopien von Originalen in Museen und Archiven ergeben. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit der Ernst Barlach Stiftung Güstrow. Der Workshop wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).