Kontakt

Winckelmannstraße 36–38
39576 Stendal
Telefon: 03931 215226
E-Mail: info@winckelmann-gesellschaft.com

www.winckelmann-gesellschaft.com

Öffnungszeiten

Oktober bis April
täglich: 10-17 Uhr
Mai bis September
täglich: 10-18 Uhr
Montag geschlossen oder nach Vereinbarung

Winckelmann-Museum Stendal

Johann Joachim Winckelmann (1717–1768)
Der Begründer der Klassischen Archäologie und modernen Kunstgeschichte, Johann Joachim Winckelmann, wurde am 9. Dezember 1717 in Stendal geboren. Am 8. Juni 1768 fiel er in Triest einem Mordanschlag zum Opfer. Winckelmann, der ab 1763 als Präsident aller Altertümer in und um Rom wirkte, hat nicht nur die archäologische Forschung als Wissenschaft grundlegend geprägt, sondern sein Antikebild hat auch die Literatur der deutschen Klassik und die europäische Kunst nachhaltig beeinflusst.

Museum
In dem Fachwerkhaus, das an der Stelle des Geburtshauses von Winckelmann steht, wurde am 31. Januar 1955 das Winckel­mann-Museum eröffnet. Von 1979 bis 1985 erfolgte eine um­fassende Re­staurierung des Gebäudes mit der Erweiterung um einen Museums­hof, in dem im Sommer Feste, Vorträge, Dichter­lesungen und kleine Konzerte stattfinden. In den 70er Jahren entwickelte sich das Haus zu einem international beachteten Museum und wurde zu einem Zentrum antiker und neuerer Kunst in Stendal. Im Jahr 2000 wurde es in die Trägerschaft Winckelmann-Gesellschaft e.V. übernommen und weiter ausgebaut.

Der erste Teil der ständigen Aus­stellung dokumentiert den Lebens­weg Winckelmanns: die Jugend und Schulzeit in Stendal, die Ausbildung in Berlin, das Studium in Halle und Jena, seine Zeit als Lehrer in Seehausen, seine Zeit in Nöthnitz und Dresden bis hin zu seiner wichtigsten Schaffensphase in Rom und seinem tragischen Tod.

Der zweite Teil der Aus­stellung widmet sich den einzelnen Werken Winckel­manns, seiner Beschäftigung mit antiker Plastik, Baukunst, Vasen und Gemmen.

Den Grundstock der Win­ckelmann-Sammlung legte Dr. Heinrich Segelken Ende des 19. Jahrhunderts. Sie umfasst heute vor allem Auto­graphen, Erst­ausgaben und frühe Drucke der Werke Winckelmanns, grafische Bildnisse Winckel­manns und seiner Zeit­genossen, Italien­ansichten, Stiche nach Anti­ken, vor allem des 18. Jahr­hunderts, sowie eine kleine Antikensammlung. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine Sammlung zeitgenössischer Grafik zur Antikerezeption, die vor allem von 1970–1990 angelegt wurde. Durch Stiftungen sind die Sammlungen beträchtlich erweitert worden.

Im Obergeschoß werden jährlich mehrere große Ausstellungen zur Archäologie-, Kunst- und Kulturgeschichte sowie zur Antike­rezeption gezeigt. Nicht selten sind die Ausstellungen Ergebnis internationaler Forschungsprojekte, deren Resultate einer breiten Öffentlichkeit anschaulich vorgestellt werden. Bereichert wird das Programm durch kleine Galerieausstellungen, in denen bisher unbekannte antike Kunstwerke präsentiert werden.

Das Kinder- und Erlebnismuseum lädt Groß und Klein zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit ein. Sie können eine beim Vesuvausbruch verschüttete römische Villa erkunden, das riesige Trojanische Pferd besteigen oder sich einen Weg durch ein Labyrinth suchen.

Im „Archäologen-Camp“ können Kinder nach verborgenen Schätzen graben und die Funde im Forscherlabor untersuchen. Im Museumsgarten können sie antike Spiele ausprobieren, die die Kinder schon vor 2500 Jahren begeisterten.

Zu all dem gibt es für alle Altersstufen vielfältige museums­pädagogische Programme, die einen Besuch unvergesslich machen. Seit 2003 steht im Garten des Museums das größte Troja­ni­sche Pferd der Welt: 15,60 m hoch, 13 m lang, 9,50 m breit, mit einem Gewicht von etwa 45 Ton­nen. Es ist begehbar und bietet einen schönen Blick auf Stendal. Mit Hilfe öffentlicher und privater Spon­soren wur­de ein Stück antike My­tho­logie nach Sten­dal geholt, mit dem an die älteste Überlieferung des höl­zernen Pferdes durch Homer im 8. Jh. v. Chr. erinnert und zu­gleich der Bogen zu Winckelmann ge­schlagen wird. Schon seit seiner Jugend war Winckelmann von der Lektüre Homers fasziniert; zur Erklärung der antiken Kunst­ wusste er dessen Werke später zu nutzen.

Das Ausstellungs- und Begegnungszentrum des Senior-Campus im Winckelmann-Museum ist ein offener Treffpunkt mit Ausstellungsräumen, die zum gemeinsamen Studieren, zum Kunstgespräch und zum persönlichen Kunsterlebnis einladen. Sie finden ausreichend Sitzgelegenheiten, gut lesbare Beschriftungen, Erfrischungsgetränke und Kaffee, Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte und Archäologie. Sie können sich im Ambiente klassizistischer Möbel und zahlreicher Rom-Ansichten (Sammlung Wangenheim) in das Rom der Winckelmann-Zeit versetzen lassen, in weiterführenden Büchern zu den Ausstellungen blättern und sich am Computer auf einen virtuellen Rundgang durch die Museen der Welt begeben. Sie können sich im Künstler­atelier der Berliner Bildhauerin Christa Sammler mit den einzelnen Entstehungsstadien einer Skulptur – von der ersten Idee über Ideenskizzen, viele inspiriert von der Antike, bis hin zur fertigen Skulptur – beschäftigen. Sie erfahren in einer Skulpturengalerie mit Gipsabgüssen und Bronzenachgüssen berühmter Werke der griechischen Kunst, wo die Griechen und Römer ihre Statuen aufstellten und welche Geschichten eine Statue erzählen kann.